Was ist FeNO und welchen klinischen Nutzen hat FeNO?

Was ist Stickstoffmonoxid?

Stickstoffmonoxid ist ein Gas, das von Zellen produziert wird, die an der Entzündung im Zusammenhang mit allergischem oder eosinophilem Asthma beteiligt sind.

 

Was ist FeNO?

Die Messung des fraktionierten exhalierten Stickstoffmonoxids (FeNO) ist eine Methode zur Bestimmung der Stickstoffmonoxidkonzentration in der Ausatemluft. Dieser Test kann bei der Diagnose von Asthma hilfreich sein, indem er den Grad der Entzündung in der Lunge anzeigt.

 

Klinischer Nutzen von FeNO

FeNO kann als nichtinvasive Ergänzung zur Erstdiagnose von Asthma dienen; die ATS und NICE empfehlen es als Teil ihrer aktuellen Leitlinien und Diagnosealgorithmen.

Erwachsene

Kinder

ATS (2011)

Hoch: >50 ppb

Mittlerer Bereich: 25-50 ppb

Niedrig: <25 ppb

Hoch: >35 ppb

Mittlerer Bereich: 20-35 ppb

Niedrig: <20 ppb

GINA (2021)

≥ 20 ppb

NICE (2017)

≥ 40 ppb

>35 ppb

Schottischer Konsens (2019)

>40 ppb ICS-naive Patienten

>25 ppb bei Patienten, die ICS einnehmen

Abkürzungen: ATS, American Thoracic Society; FeNO, fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid; GINA, Global Initiative for Asthma; ICS, inhalatives Kortikosteroid; NICE, National Institute for Health and Care Excellence.

Die ATS-Leitlinien definieren hohe, mittlere und niedrige FeNO-Werte bei Erwachsenen als >50 ppb, 25 bis 50 ppb bzw. <25 ppb. Bei Kindern werden hohe, mittlere und niedrige FeNO-Werte als >35 ppb, 20 bis 35 ppb bzw. <20 ppb beschrieben (Tabelle 1). Die ATS empfiehlt die Verwendung von FeNO zur Unterstützung der Asthma-Diagnose, wenn objektive Nachweise erforderlich sind, insbesondere bei der Diagnose einer eosinophilen Entzündung. Laut ATS deuten hohe FeNO-Werte (>50 ppb bei Erwachsenen und >35 ppb bei Kindern) im klinischen Kontext auf eine eosinophile Entzündung mit Ansprechen auf Kortikosteroide bei symptomatischen Patienten hin, während niedrige Werte (<25 ppb bei Erwachsenen und <20 ppb bei Kindern) dies unwahrscheinlich machen und mittlere Werte mit Vorsicht zu interpretieren sind.

Die aktuellen NICE-Leitlinien, die niedrigere FeNO-Grenzwerte als die ATS-Leitlinien verwenden (Tabelle 1), empfehlen die Bestimmung von FeNO im Rahmen der Diagnostik bei Verdacht auf Asthma bei Erwachsenen oder bei diagnostischer Unsicherheit bei Kindern. Die FeNO-Werte werden stets im klinischen Kontext interpretiert, und weiterführende Untersuchungen, wie z. B. ein bronchialer Provokationstest, können die Diagnose durch den Nachweis einer bronchialen Hyperreagibilität unterstützen. Die GINA-Leitlinien erkennen die Bedeutung von FeNO für die Identifizierung eosinophiler Entzündungen bei Asthma an, sehen jedoch derzeit keine Rolle für FeNO in Asthma-Diagnostikalgorithmen. Der schottische Konsens definiert Grenzwerte in Abhängigkeit von der Steroidexposition: Werte >40 ppb gelten als positiv bei steroidnaiven Patienten und >25 ppb bei Patienten unter inhalativer Kortikosteroidtherapie (ICS).

 


Veröffentlichungsdatum: 31. März 2022